Fit ohne Sport? Ja, das geht!

von | 18 Jun 2021 | 0 Kommentare

Du hast einfach keine Zeit für Sport? Deshalb oft ein schlechtes Gewissen? Muss man Sport machen, um fitter zu werden? „Nein“, sagt Dr. Silke Schäfer, Sportwissenschaftlerin.

Hast du dich auch schon mal im Fitness Studio angemeldet und dann war eigentlich nie Zeit, um hinzugehen?

Bei mir steht seit Oktober 2020 mein Hula Hoop-Reifen ungenutzt in einer Ecke rum und nimmt nur Platz weg. „Schlechte Gewissen-Maschinen“ nennt ihn mein Mann.

In dieser Folge erzählt Dr. Silke Schäfer, was der Unterschied zwischen Sport und Bewegung ist. Und wie du auf einfache Art und Weise mehr Bewegung im Alltag integrieren kannst.

 

 

Kompakte Zusammenfasung unseres Interviews, geschrieben von Silke Schäfer
 

Gehörst du zu den 80% oder zu den 20%?

Nicht jeder kann sich zum Sport aufraffen. Laut einer Erhebung erreichen 4/5 der Bevölkerung das Mindestmaß an empfehlenswerter Bewegung nicht. Quelle: https://edoc.rki.de/handle/176904/1485
Wenn wir darüber nachdenken, wie wir unserer Gesundheit etwas Gutes tun könnten, sehen wir uns schwitzend durch den Wald joggen oder an Fitnessgeräten. Du bekommst davon ein schlechtes Gewissen, weil du es mal wieder nicht geschafft hast? Keine Lust dazu hattest? Oder einfach andere Dinge und Aufgaben wichtiger waren? Dann lese weiter, denn es gibt auch eine andere Möglichkeit.
 

Sport und Bewegung – der kleine Unterschied

Wir verwenden beide Begriffe häufig synonym. Dabei wird Sport „um seiner selbst willen“ gemacht, mit dem Ziel der Leistungssteigerung oder der Gesunderhaltung. Bewegung ist hingegen jede  körperliche Aktivität – ich „erledige“ etwas und muss mich dabei bewegen.
Hier zwei Beispiele:
– Wenn ich zum Einkaufen mit dem Rad fahre, erledige ich das Einkaufen gehen und habe gleichzeitig Bewegung.  Wenn ich hingegen die 20 Minuten auf dem Fahrradergometer verbringe, habe ich in dieser Zeit nichts anderes erledigt (=Sport).
– Wenn ich eine Stretchingeinheit machen möchte, ziehe ich mich dafür um und begebe mich auf meine Gymnastikmatte (Sport). Ähnliche Belastungen erfährt mein Körper, wenn ich mich mit
meinen Kindern/Enkeln auf den Boden setze und spiele (Bewegung).
Diese Ausführungen sollen niemanden vom Sport abhalten. Sport ist eine tolle Erfindung und wer „seine“ Sportart gefunden hat, bekommt die positiven Nebeneffekte wie Freude an der Bewegung, seine Freunde treffen oder Fortschritte zu sehen und stolz auf sich zu sein gratis dazu.
Wer aber mit Sport nichts anfangen kann oder in der jetzigen Lebensphase keine Zeit dafür findet, kann sich für mehr Bewegung entscheiden und ebenfalls positive Effekte erzielen.

„Sport ist nicht nötig“

Wenn solch eine Aussage von einer promovierten Sportwissenschaftlerin kommt, kann man schon mal hellhörig werden.

Dr. Silke Schäfer, Mutter zweier Kinder, weiß von was sie spricht. Ihre Promotion hat sie in den Sportwissenschaften, Schwerpunkt „Gesundheitsverhalten“ abgelegt.

 

Silke coacht Frauen, die gerne fitter und/oder schlanker sein möchten, es aber nicht alleine schaffen mehr Bewegung in ihren Alltag zu integrieren.

Hier kannst du an ihrem kostenfreien 5-Tage-Kurs teilnehmen:

https://www.healthymama.de/fit-nebenbei/kostenloser-5-tages-kurs/

Mehr über sie erfährst du auf ihrer Homepage:  https://www.healthymama.de/über-mich/

 

Positive Effekte von Bewegung und Sport

Bewegung ist von unserem Körper für ein optimales Funktionieren „eingeplant“. Fehlt diese Bewegung, laufen Prozesse im Körper schlechter ab.
Beispiele:
Gelenke benötigen Bewegung um gut ernährt zu werden
– Das Herz freut sich über Unterstützung durch die Muskulatur um das Blut durch den Körper zu transportieren
Stresshormone werden durch Bewegung abgebaut – wir fühlen uns anschließend „zufrieden und müde“
 
Bewegungstherapie wird beispielsweise bei folgenden Erkrankungen erfolgreich unterstützend eingesetzt:
– Depressionen
– Herz-Kreislauf-Erkrankungen
– Fibromyalgie
– begleitend zur Krebstherapie
– rheumatische Erkrankungen
– Diabetes Typ II
Diese Ausführungen sollen niemanden vom Sport abhalten. Sport ist eine tolle Erfindung und wer „seine“ Sportart gefunden hat, bekommt die positiven Nebeneffekte wie Freude an der Bewegung,
seine Freunde treffen oder Fortschritte zu sehen und stolz auf sich zu sein gratis dazu. Wer aber mit Sport nichts anfangen kann oder in der jetzigen Lebensphase keine Zeit dafür findet, kann sich für mehr Bewegung entscheiden und ebenfalls positive Effekte erzielen.
 

Wie viel Bewegung darf es sein?

Die Empfehlungen des Gesundheitsministeriums lauten für Erwachsene:
– mindestens 150 Minuten moderate Bewegung oder mindestens 75 Minuten anstrengende Bewegung
2 mal pro Woche muskelkräftigende Aktivität
– langes Sitzen meiden (dazu mehr nächste Woche im Podcast gesund+aktiv)

Wie diese Bewegung aussehen kann, beschreibe ich hier:

https://www.healthymama.de/fit-werden-ohne-sport/

Das Gesundheitsministerium sagt übrigens auch:„ […] jede zusätzliche Bewegung ist mit gesundheitlichem Nutzen verbunden. Jeder auch noch so kleine Schritt weg vom Bewegungsmangel ist wichtig und fördert die Gesundheit“ (S. 32).
 

Tipps für mehr Bewegung im Alltag

Im Podcast sprechen wir ausführlicher über Möglichkeiten, mehr Bewegung in den Alltag zu integrieren.
 
Einige Beispiele:
 
– Zum Einkaufen weiter weg parken
– Das Kind zu Fuß in den Kindergarten bringen
– Die Treppe statt den Aufzug nehmen
– Putzen mit mehr Bewegung
– Auf dem Boden sitzen (zum Spielen, beim Fernsehen, zum Wäsche zusammenlegen)
 
 
Wer seine Einstellung zu „mehr Bewegung“ etwas verändert, tut sich leichter, diese Tipps auch wirklich umzusetzen.
Hilfreiche Gedanken können sein:
– Jeder Schritt zählt, vor allem wenn ich diese Extra-Schritte jeden Tag mache

– Welche Kleinigkeit würde mir leicht fallen?

– Was könnte mir Spaß machen?

Fazit von mir, Claudia Beilicke:

Sport um fit zu werden, muss nicht sein. Ohne Bewegung gehts natürlich nicht 😉

Ich werde ab sofort kein schlechtes Gewissen mehr haben, wenn ich nicht zu einer Extra-Sporteinheit komme. Jetzt weiß ich ja, dass ich zu den 70% gehöre, denen Sport nicht so wichtig ist. Kein Grund sich dafür schlecht zu fühlen. Und ich werde meinen Einkauf, Gartenarbeit und das abendliche Hunde bürsten auf dem Boden mit anderen Augen sehen. Tolles Gefühl, unser Haus und den Garten als mein persönliches Fitness-Studio zu betrachten.

Welches sind deine kreativen Tipps, um mehr Bewegung in deinen Alltag zu integrieren? Oder gehörst du zu den 30%, die gerne Sport machen?

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